Von der Kontaktanzeige zur Partnerbörse

anzeige

Mit der Durchsetzung des Internets änderte sich auch das Bild der Kontaktanzeige. Die meisten jungen Menschen werden sich wahrscheinlich nicht mehr daran erinnern, dass es früher ganze Seiten in einer Zeitung gab, die für diese Anzeigen reserviert waren. Heutzutage gibt es diese Anzeigen natürlich auch noch, aber der Umfang hat sich doch stark reduziert.

Wobei der eigentliche Umfang der Anzeigen auch nie der größte war. Denn bezahlt werden musste pro Zeichen, so dass sich schon sehr früh eine ganze Subsprache an Abkürzungen herausbildete. Denn Liebe finden wollte jeder, aber viel Geld dafür investieren keiner. Die kryptischen Kürzel machten Aussagen zu Alter, Größe und Figur gingen weiter über anatomische Vorzüge des Inserierenden und endete z. T. bei sexuellen Vorlieben. Der Wahrheitsgehalt ließ sich natürlich nicht feststellen und Fotos waren eine absolute Rarität. Man kaufte in der Regel die Katze im Sack.

Und heute gehören die Leute, die eine analoge Kontaktanzeige aufgeben, auch eher zum älteren Semester. In der Regel sind es Witwer und Witwen, die ihren Lebensabend nicht alleine verbringen wollen und bei denen eine sexuelle Komponente keine große Rolle mehr spielt. Ansonsten finden sich in der Kontaktanzeigenrubrik oft auch Inserate, die kaum getarnte Kontaktadressen von Prostituierten sind.

Woher rührt dieser Wandel bei den Kontaktanzeigen? Wie bei so vielen abgelösten Gewohnheiten ist die Technik verantwortlich. Onlinepartnerbörsen haben das Suchen von Partnern stark vereinfacht und bieten auch mehr Raum, um sich und seine Anzeige zu entfalten. Kosten tut dies zwar auch, aber dafür hat man auch ein sehr viel größeres Portal und somit auch eine größere Chance, einen neuen Partner zu finden.